Überlingen
Tennisplätze
Für EinsteigerMein Standardplatz für Ausbildung, und der Platz, an dem die meisten ihren ersten Bodensee-Tauchgang machen. Vom Ufer geht es lange flach hinaus, dann folgt eine gleichmäßig abfallende Halde. Rechts vom Parkplatz führen alte Gleise einer ehemaligen Werft ins Wasser; an ihrem Ende liegt auf drei bis fünf Metern eine Übungsplattform, auf der sich Fertigkeiten in Ruhe üben lassen, ohne im Schlamm zu stehen.
Wer weiter will, hat hier mehr Möglichkeiten, als der erste Eindruck vermuten lässt: Über die Halde erreicht man ab etwa 27 bis 30 Metern eine Steilwand, und in einer Rinne rechts vom Einstieg liegt in rund 40 Metern ein kleines Wrack. Der Grund fällt weiter bis über 120 Meter ab. Im Flachbereich stehen im Sommer Seegraswiesen mit vielen kleinen Fischen, abends kommen die Barsche.
- Tiefe3–40 m (Halde bis über 120 m)
- EinstiegParkplatz direkt am Wasser, wenige Schritte zum Einstieg
- ParkenKleiner Parkplatz am Strandweg, gebührenpflichtig, wird kontrolliert
Überlingen
Liebesinsel
FortgeschrittenLiegt genau zwischen Tennisplätzen und Post und ist der logische nächste Schritt, wenn die Halde langweilig wird. Direkt vor dem Einstieg läuft auf sechs bis sieben Metern eine Rohrleitung, der man bequem folgen kann. Über eine steil abfallende Halde erreicht man bei etwa 28 Metern die Wand, die fast senkrecht bis rund 45 Meter abfällt.
Nach Westen ist die Wand zerklüftet, mit vielen Nischen, in denen Trüschen stehen. Nach Osten liegt ein großer Baumstamm an der Wand. Im Winter, etwa von November bis Januar, trifft man im 40-Meter-Bereich häufig auf Saiblinge. Unterhalb von etwa 50 Metern folgt nur noch Schlammhalde — dort gibt es nichts mehr zu holen.
- Tiefe6–45 m, darunter Schlammhalde
- EinstiegSteintreppe direkt an der Liebesinsel, etwa 200 m Fußweg
- ParkenParkplatz an der Mühlenstraße vor dem Bahnübergang
Fortgeschrittenenplatz. Die Wand verleitet dazu, tiefer zu gehen als geplant. Ohne saubere Tarierung und ohne Gasplanung hat der Platz nichts mit dir zu tun.
Überlingen
Parkhaus Post
AnspruchsvollDer bekannteste und der gefährlichste Platz in Überlingen. Bis etwa 20 Meter läuft eine Sandhalde, dann setzt die Steilwand an und fällt bis rund 40 Meter ab, bevor sie wieder in eine steile Halde übergeht. Ab etwa 35 Metern beginnt ein Überhang. Bis zum Ende der Sandhalde ist die Sicht oft mäßig; ab der Wandkante klart es mit jedem Meter auf, und an guten Tagen sieht man so weit, wie die Lampe reicht.
Ausrüstung wird platzsparend in der Parkbox aufgebaut, im Erdgeschoss gibt es eine öffentliche Toilette — bitte in trockener Kleidung und nicht tropfend. Das Tauchen ist an diesem Platz nur nach links gestattet.
- Tiefe20–40 m Steilwand mit Überhang, tiefer möglich
- EinstiegÜber die Uferpromenade, Ausrüstung im Parkhaus aufbauen
- ParkenParkhaus Post, Mühlenstraße 4, Einfahrtshöhe 2,10 m, unteres Deck bevorzugen
An diesem Platz passieren regelmäßig schwere und tödliche Tauchunfälle. Der Überhang wird von Tauchern ohne Bodenseeerfahrung unterschätzt, und beim Aufstieg steht plötzlich Fels über einem. Ich gehe hier nur mit Leuten hin, die ich kenne und deren Tarierung ich gesehen habe.
Überlingen
Seezeichen 24
AnspruchsvollVielen noch als „Baugraf" bekannt. Schon vom Einstieg aus sieht man die Kante der Steilwand, die hier auf 28 bis 30 Meter abfällt und dann von Schlammhalde abgelöst wird. Nach Westen liegt am Wandfuß auf 28 Metern eine kleine Grotte mit einem Spiegel, auf etwa 13 Metern die Reste einer alten Lore. Nach Osten liegt auf rund 27 Metern ein kleines Ruderboot.
Die Wand hat über die ganze Länge Spalten und Überhänge, in denen regelmäßig Trüschen stehen. Etwa 150 Meter vor dem Seezeichen liegt ein Unterwasserberg, der von rund 40 bis 52 Metern auf etwa 32 Meter aufsteigt und einige Canyons hat — ein Ziel für Leute, die navigieren können.
- TiefeWand bis 28–30 m, Halde bis über 100 m
- EinstiegSteintreppe über die Grünfläche, kann sehr glatt sein
- ParkenParkbuchten an der Straße Richtung Sipplingen
Der Zugang war in der Vergangenheit wegen Bauarbeiten und Absperrungen zeitweise nicht möglich. Vor der Anfahrt prüfen. Die Treppe ist bei Nässe und Laub tückisch.
Meersburg
Wilder Mann
AnspruchsvollFür viele der schönste Platz am Bodensee — und einer, den man nur im Winter betauchen darf. Der Einstieg liegt beim Hotel Wilder Mann in der Meersburger Altstadt, das Wasser dort ist knie- bis hüfttief. Am Ende der kleinen Fährbucht fällt die Wand auf etwa zwölf Meter ab und geht in eine Sandhalde über, die stufenweise weiter bis vierzig Meter und darüber hinaus führt.
Von der Treppe geradeaus liegt auf etwa fünf Metern eine Einkerbung mit einem Gesicht in der Wand — die beste Orientierungshilfe beim Auftauchen, die ich an einem Bodenseeplatz kenne. Wer über den rechten Versturz auf vierzig Meter abtaucht, findet die alte Meersburger See-Fontäne, den sogenannten Brunnen. Weiter östlich zwischen dreißig und vierzig Metern liegen alte Hafenteile, und auf gut zwanzig Metern die Reste mehrerer Autowracks. Weil der Platz nur im Winter offen ist, ist die Sicht meist ausgezeichnet.
- TiefeSteilwand ab etwa 12 m, Halde bis 40 m und tiefer
- EinstiegSteintreppe an der Altstadt, Einstieg knie- bis hüfttief
- ParkenGroßparkplatz Fähre in der Unteruhldinger Straße; mindestens 250 m Fußweg, Sackkarre lohnt sich
Wintertauchplatz: Betauchen ist nur ausserhalb der Saison zulässig, die genauen Zeiträume vorher prüfen. Am Einstieg steht ein Pfahl mit der Aufschrift „Tauchen nur nach links" — der Abstand von 100 Metern zum Mantelhafen ist vorgeschrieben, nach rechts fährt die Fähre. Deren Motorengeräusche hörst du den gesamten Tauchgang über; wer das für Nervosität hält, sollte den Platz meiden. Die Steintreppe ist bei Frost und Nässe tückisch.
Meersburg
Krebsgarten
Für EinsteigerDer freundlichste Platz der Runde und ein guter zweiter Ausbildungsplatz. Eine flach abfallende Schlammhalde von etwa fünf bis zwanzig Metern, im Sommer dicht mit Seepflanzen bewachsen. In diesen Pflanzen sitzen die Krebse, die dem Platz seinen Namen geben — mit etwas Aufmerksamkeit sieht man auf einem Tauchgang mehrere Dutzend. Dazu Barsche, Hechte und die üblichen Bodenseefische. Links vom Einstieg liegt im Fünf-Meter-Bereich eine Plattform.
Im Hochsommer ist der Platz wegen der Badegäste kaum zu betauchen und die Parkplatzsuche zäh. Herbst bis Frühjahr ist er dagegen ideal: kaum jemand da, klares Wasser, und die Krebse sind trotzdem unterwegs.
- Tiefe5–20 m, flach abfallende Halde
- EinstiegSteintreppe an der Uferpromenade, kann sehr rutschig sein
- ParkenUferpromenade 45, gebührenpflichtig, im Sommer früh belegt
Taucherflagge setzen ist Pflicht, die Fähren zwischen Meersburg und Konstanz fahren nah vorbei. Der Grund ist stellenweise schlammig — eine unsaubere Flosse reicht, und die Sicht ist für den Rest des Tauchgangs weg.
Bodman-Ludwigshafen
Lädine
FortgeschrittenDer Platz für alle, die einmal ein echtes Wrack sehen wollen, ohne dafür tief zu müssen. Vom Einstieg geht es nach Süden, die ersten Minuten flach und schön bewachsen, im Sommer mit Fischschwärmen und alten Bootsverankerungen am Weg. Dann folgt die flach abfallende Halde bis auf zwanzig Meter. Dort nach Westen abdrehen und die Tiefe halten: Nach etwa zwanzig Minuten steht man vor der Lädine.
Das Wrack des Lehmfrachters ist rund zehn Meter lang und zwei Meter breit. Bis 2019 stand davor eine Informationstafel aus dem Projekt „Museum unter Wasser"; die ist inzwischen verschwunden oder versandet. Bleibt man auf gleicher Tiefe und taucht etwa fünf Minuten weiter, kommt man zu alten Holzpfählen, in denen regelmäßig ein Krebs wohnt.
- TiefeWrack auf etwa 20 m
- EinstiegUfereinstieg, danach Richtung Süden abtauchen
- ParkenParkmöglichkeiten am Ufer, im Sommer knapp
Ohne Kompass findest du das Wrack nicht. Der Weg dorthin ist reine Navigation über schlammigen Grund, und wer die Tiefe nicht hält, taucht daran vorbei.